Literatur

 

AMERICAN APOCALYPSE

 

GEDICHTE 

& FOTOGRAFIEN von MANFRED POOR

 

Limbus Verlag, 2021

»Amerika ist eine Festung die von sich selbst eingenommen und geplündert wurde mangelnde gun control shoot someone
be free shooting star shithole all das Kaputte schreit braucht einen Ölwechsel dringend«

Eine Schriftstellerin bereist Amerika von Alaska bis Mexiko City, von Kalifornien bis New York. Aus Notizen entstehen Prosaminiaturen und Gedichte; vorsichtig aufgehobene Geschichtensplitter, Begegnungen als sprachliche Filmstills nehmen Gestalt an. Die Straße gibt den Rhythmus vor, Städte wie Las Vegas und Miami pulsieren in unvermittelter Lyrik und Prosa; die Beatgeneration, Jack Kerouac und Lawrence Ferlinghetti, klingen an in der Schönheit und Gewalt des Augenblicks.

Die Schriftstellerin ist in Begleitung eines Fotografen, seine Momentaufnahmen epischer Landschaften wie nüchterner Zivilisation interagieren mit den Texten, ergeben mit dem Wort einen Roadtrip aus Farben, Formen, Natur und Kultur, die einander durchdringen.

Ein Kontinent zwischen amerikanischer Gegenwart und europäischer Vergangenheit, Aufschwung und Verfall entfaltet sich als Kaleidoskop aus Text und Bild, als lichtdurchzogenes Stimmungsbild zerbrechlicher sozialer Strukturen, als topografische Mythologie der Amerikas, als American apocalypse.

 

MONSTER

 

Erzählung

 

Limbus Verlag, 2018

»All deine Monster, Elsa, mit denen du vom Fenster aus üsterst, sind Projektionen des-sen, was ich vor dir verstecken will, und dasMonster, das dir zuliebe aus mir gewordenist, verberge ich vor dir, so gut ich kann, solange ich konnte.«

Der Fotograf Max ist in den namenlosen, weiten MittelwestenAmerikas geflüchtet – vor seinem ganzen bisherigen Leben, vorallem vor Elsa, die er liebt, die er zerstört, die ihn zerstört. Einsam trotz der Begegnung mit der Kellnerin Karen haust er in einem Motelzimmer im landschaftlichen Nichts und erinnert sich zurück – an seinen Vater, an seine Stiefmutter Marie, an Elsa und seine Ge- liebte Vanessa. Lange schon ringt Max mit seinem inneren Monster und dem Monströsen, das ihn umgibt; und doch: Ein Happy End für ihn und Elsa schien möglich zu sein.

Isabella Feimer erzählt mit teils glasklaren, teils surrealen Bildern ein stillstehendes Roadmovie, montiert mit harten Schnitten Er- zählstücke zu einer dunklen, sexuell aufgeladenen Geschichte, einem literarischen Neo-Noir.

Trailer zu "Monster":

 

https://youtu.be/Bd1tJyjoc-E

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TIEFSCHWARZ ZU UNSICHTBAR

 

Gedichte

Limbus Verlag

 

»Mit goldener Tinte schriebe ich einen Lichtstrahl in dein Herz
ja das würde ich machen
ach komm lass mich doch

ich bin ganz zart« 

Isabella Feimers lyrische Sprache ist körperlich erfahrbar, zwischen Sprachen und physikalischen Stof ichkeiten, zwischen Bereiste rung und Angst changierend. Dann wird sie wieder knapp, ver- dichtet sich zu neuen Worten und düsteren Naturbeschreibungen. In balladenhafter Form holt Feimer aus, greift bis in die Kindheit zurück und dichtet sich durch den Kosmos bis zum Zustand Euro- pas. Das Du bleibt stets Projektions äche, die Narration wird stets gebrochen. Während man zuerst einmal mit den vielen Eindrücken dieser sinnlichen Sprache konfrontiert ist, bringt die Autorin subtil die großen Themen der Gegenwart aufs Tapet.

Manfred Poors eindrückliche Fotogra en verbildlichen die Zustände in Feimers Lyrik.

Isabella Feimer

Tiefschwarz zu unsichtbar

Gedichte

Mit 10 Bildern von Manfred Poor 

 

STELLA MARIS

 

 

Roman

Braumüller Verlag, 2017

„Mein Name ist Eva, mein Fluch ist die Unsterblichkeit, auch meine Geschichte muss damit beginnen können, dass einmal etwas gewesen war, es war einmal ein Stern, und ich pflückte ihn mir, hielt ihn fest umklammert, sodass ich mich an seinen scharfen Kanten schnitt.“

In poetisch-bildhafter Sprache, die zwischen Schönheit und Grausamkeit changiert, erzählt Isabella Feimer eine Höllenfahrt durch Zeit und Raum, die beginnend mit der Renaissance in eine futuristische Welt führt. 

Die Menschheit hat die Grenzen des ihr bekannten Himmels überschritten, die Erde ist zu
einer Nichtigkeit geworden,

der Mensch selbst seines die Nacktheit beschützenden Schleiers beraubt.


Eva hat in sich Geschichten vieler Epochen und unterschiedlicher Orte versammelt. Ihre Erinnerung ist der einzige Ort, der keine Begrenzung kennt. Evas Erinnerungsfragmente fügen sich mosaikartig zu einem überbordenden Gemälde, in dem sich ihre Erlebnisse in Rom und Paris verdichten. Zwischen den antiken Ruinen Roms, die immer noch vergangene Seelen in sich tragen, wuchern Angst und Faschismus in Richtung des nahenden Krieges. Jahrzehnte später in Paris sieht sich Eva erneut mit einer Epoche der Gewalt konfrontiert, in der dem vorherrschenden Terror nur mit Anarchie und der Überschreitung einer Liebe begegnet werden kann. Doch es scheint, als hätte Eva ihren Leitstern, den Stella maris, verloren.

 

 

DIE STIMMEN

 

 

Kurzgeschichte mit Offsetfarblithografien von Käthe Schönle

 

Edition Thurnhof, 2016

 

 

"Es gab mich,

da bin ich mir sicher,

es gab mich in einem Leben, das man über mich gestülpt hatte,

sagen wir nicht Leben, sagen wir Struktur, sagen wir etwas von Außen Erdachtes, nicht von mir, von diesem Außerhalb, das Mutter/Vater war, und deren Mütter und Väter, ja, ich war einmal ein Kind gewesen,

ein Mädchen, das Geschwister hatte, drei, nein, vier, ein Geschwisterchen verstarb, und tut

nichts mehr zur Sache, liegt auf dem Lande, von dem ich kam, in das ich hineingeboren

wurde, mitten in eine Landschaft, aus dem Mutterleib in diese Landschaft geworfen, weder

erst- noch letztgeboren, dazwischen,

zwischen eins und -

zwischen eins und - ?

kein Dazwischen, ein Rätsel, ich werde es mir stellen, unlösbar,

auch Landschaft unlösbar, musste mich zurechtfinden in ihr, in dieser Landschaft, die

Mutter/Vater hinnahmen als Gegebenheit."

 TROPHÄEN

 

Roman

 

Braumüller Literaturverlag, 2015

 

 

Ein fremdes Zimmer, und sie weiß nicht, wie lange sie geschlafen hat, ahnt jedoch, wie sie hierhergekommen ist. Der Geruch von Jasmin und Kirschtabak hatte sie in eine unbekannte Gasse geführt, zu dem Geschäft eines Tierpräparators und Malers. In seiner Welt der Wiederherstellung illusionierender Lebendigkeit kann sie sich endlich wieder sicher fühlen. Doch manche Wunden heilen nie, manche Geschichten sind noch nicht zu Ende erzählt, sind verdrängt und vergessen.

 

 

In einer sezierenden Sprache und mit intensiven Bildern erschafft

Isabella Feimer eine Welt, in der die Realität auf den Kopf gestellt ist, eine ver kehrte Welt, in der das Fantastische eine poetische Stimme bekommt.

Diese Liebesgeschichte lässt Schatten und Taggespenster aufeinander treffen und holt Vergangenes aus der Dunkelheit ans Licht.

 

Erschien: Oktober 2015 

Teaser zu den "Trophäen":

 

https://youtu.be/9w9CMM1Z4Wo

Trailer zu den "Trophäen":

 

https://youtu.be/DhMvV0RcZLo

IN ERWARTUNG EINER FREMDE

 

Reiseposa

Literaturedition Niederösterreich2015

 

"Gestrandet und angekommen, nicht auf der Flucht, unsere innere Poesie als Treibgut im fantastischen Realismus der südamerikanischen Landschaft, Heimat war die Bestandsaufnahme unseres Weges, begann lange vor dieser Reise, würde lange weitergehen."

 

Ein Wir auf einer Reise, die durch Argentinien und Chile führt, in Stadtkulissen, Wüstenlandschaften, bis ans Ende der Welt, Mythen und Legenden streift, Begegnungen und Geschichte erzählt.

Das Wir in stetiger Veränderung, in Sehnsuchtsmomenten und

Erwartungshaltungen gefangen, getrieben in einer Fremde, die es spaltet und wiedervereint, einer vertrauten Fremde, die verborgene Wünsche, Ungesagtes und bislang nur Erahntes zum Vorschein bringt.

Eine Liebesgeschichte, dargestellt in Text und Bild, die sich in Gleichklang und Widerspruch manifestiert, im Freiheitsgedanken des Augenblicks und im gelebten Moment.

 

Text: Isabella Feimer

Fotos: Manfred Poor

 

ZEIT ETWAS SONDERBARES

 

Roman

Septime Verlag, Wien, 2014

 

"Die Nacht heftet sich mit Metallklammern an den Abend, endlich die Füße strecken auf dem Holzschemel, den man den ganzen Tag hoch- und niedergestiegen, hat man den Staubteppich von Regalen und Kästen gewischt, von der Herrgottsfrüh an den Schmutz von den Bierkrügen, den geliebten Sammlerstücken vom Alten, Jahrzehnte schon, die er sich an ihnen festhält, an ihnen und an den damit verbundenen Zeiten, die besser waren, sagt er, einmal heute auch die Staubkruste auf den Holzrahmen mit den vergilbten Verwandten weggekratzt, die ihre Namen verschluckte."

 

Eine Frau und ihre Zeitalter – drei Momentaufnahmen, drei Stationen, drei Umbrüche. Die Einblicke in Marias Leben führen die Unausweichlichkeit der eigenen Geschichte vor, unspektakulär im Alltag, gnadenlos in ihrer Konsequenz. Maria, zeitlebens demütig im Hinnehmen, duldsam im Ertragen, sorgsam in der Erfüllung ihrer Pflichten, träumerisch im Wünschen und kompromisslos, wenn das eigene Ich in der Unbedeutsamkeit zu verschwinden droht. Das Trauma einer Generation – man spricht nicht über die Dinge, nicht über eigene Gefühle, schon gar nicht über Vergangenes, Krieg, Verluste, Leid und Schuld. Eingekapselt in Erinnerungen, Gedankenfetzen, stumme Emotionen – die Toten als ständige Begleiter, die Frage nach dem Sinn und der Relation von Zeit und Erleben so offensichtlich, aber niemals ausgesprochen.

 

NOVELLE EINER ÜBERSCHAUBAREN APOKALYPSE

 

Kurzgeschichte

Literatur Quickie, Hamburg, 2014

 

"Einatmen, ausatmen, zähl bis fünf oder fünfzig, während du dir leichtfüßig neue Luft holst, spür den Sauerstoff, wie er in dich dringt, wie ein zärtlicher Liebhaber, der die Kunst der Liebe von der Pike auf gelernt, deine Mitte finden, dein Zentrum visualisieren, ist es eine Schneeflocke oder ein Feuerball oder irgendetwas dazwischen, eine Seifenblase?, ein Kartoffelknödel?

Jetzt alle, einatmen, ausatmen, alle Geheimnisse werden gelüftet, sei ehrlich zu dir, sei folgsam deiner inneren Stimme lauschend, Finger weg von Drogen, die sind ein anderer Fluss, einer, der gegen den Strom, ein von einem Blutstropfen angelockter Hai im Swimming Pool des dir fehlenden Selbstbewusstseins, rauche nicht, trinke nicht, wirf nichts ein, das deinem Körper nichts Nahrhaftes, liebe und schätze deine Nächsten, deine Schwächen, diese dämonischen Kletten, die sich tief in die Haut, erkenne sie an, zolle ihnen den Respekt, den sie verdienen, siehst du dein inneres Kind?, siehst du es?, liebst du es?, sprich mit ihm, ausatmend, flüstere ihm, einatmend, alles - wird - gut."

 

Buch essen Seele auf. So fassbinderisch nähert sich der Text von Isabella Feimer dem Leser. Virgil Neumann hat zwanzig Jahre an seinem Roman geschrieben und alle, die ihn lesen, scheinen in ihm unterzugehen.

DER AFGHANISCHE KOCH

 

Roman

Septime Verlag, Wien, 2013

 

"Wachgeküsst will er werden, während der Kaffee köchelt, von dem ich behaupte, dass ich ihn mit Liebe mache und dann eine Extraportion Liebe hineingebe, wenn er mich darum bittet, ist erst einmal der Kaffee in der Tasse mit Milch und zwei Löffel braunem Zucker, indem ich mit dem Finger schnippe, als wolle ich meine Liebe in den Kaffee hexen, so, sage ich, noch mehr Liebe."

Eine Liebe im Wien der Gegenwart.

Er, im Afghanistan – sie, im Österreich der 80er Jahre groß geworden, seine Kindheit und Jugend geprägt durch militärische und religiöse Konflikte, ihre durch den behüteten Hintergrund eines durchschnittlichen westeuropäischen Bildungsbürgertums. Kriegsschauplätze und Fluchtszenarien, Gewalt und Tod bestimmen sein Bewusstsein. Innerlich zerrissen, geplagt von Erinnerungen, Heimweh und Träumen, ist er getrieben von der Sehnsucht, seinem Leben eine Richtung zu geben. Durch den Mangel an ähnlichen Erlebnissen fast von Schuldgefühlen erfüllt, versucht sie, in seine Welt einzutauchen, indem sie seine Geschichte aufschreibt. Blitzlichtartige Reflexionen über ihren Großvater, der als traumatisierter Kriegsveteran aus Stalingrad heimkehrte, spannen den Bogen zwischen den unterschiedlichen Erfahrungswelten. Behutsam und zärtlich nimmt sie sich seiner Erinnerungen an, fügt die Versatzstücke ihrer beider Leben in einem Mosaik zusammen in der Hoffnung, daraus ein gemeinsames großes Ganzes schaffen zu können. Ist Liebe ausreichend, wenn die Grenzen zwischen Nähe und Distanz, zwischen Haltgeben und Aneinanderklammern fließend sind? Gibt es eine gemeinsame Zukunft?